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Einsatzbericht Wohnhausbrand Hafenlohr 10.09.2011 PDF Drucken E-Mail
Einsätze

Einsatzbericht Wohnhausbrand in Hafenlohr am 10.09.2011

In den frühen Morgenstunden zwischen 3 und 4 Uhr morgens lösten die Funkmeldeempfänger mit dem Alarmstichwort „Drehleiter zur Unterstützung Wohnhausbrand Marktheidenfeld“ aus.

Ein Wohnhaus in der Altstadt von Marktheidenfeld stand in Vollbrand. Die Alarmpläne sehen für solche Szenarien mindestens 2 Hubrettungsfahrzeuge vor, somit wurde die nächstgelegene Drehleiter in Kreuzwertheim alarmiert. Da die Drehleiter seit Juli 2011 wegen eines Schadens am Leitersatz vor außer Dienst stand (und nach wie vor nicht einsatzfähig ist), fanden sich lediglich 10 Kameraden am Gerätehaus ein. Nach Rücksprache mit der Leitstelle und Einsatzleitung, dass die Drehleiter nicht einsatzbereit ist, wurde daraufhin die Feuerwehr Lohr  alarmiert, um die geforderte zweite Drehleiter zu stellen.
Um kurz vor 4 Uhr dann wurde ein weiterer Alarm ausgelöst: in Hafenlohr sollte ein Wohnhaus in Flammen stehen, es sei unklar, ob sich noch Personen im Gebäude befinden. Da zu diesem Zeitpunkt ein Großteil der Feuerwehren in Marktheidenfelds Umgebung bereits dort im Einsatz waren, wurde der Löschzug Lohr nach Hafenlohr umgeleitet. Das Kreuzwertheimer Tanklöschfahrzeug wurde ebenfalls angefordert und konnte durch die noch anwesenden Kameraden aus der ersten Alarmierung umgehend ausrücken. Weitere Feuerwehren  wurden alarmiert, um in Hafenlohr zu unterstützen. Somit liefen in Kreuzwertheim dann noch die Sirenen an, um mit den restlichen Fahrzeugen nach Hafenlohr auszurücken.
Es waren folgende Feuerwehren im Einsatz: Hafenlohr, Windheim, Bergrothenfels, Rothenfels, Neustadt, Lohr und Kreuzwertheim. Nach Marktheidenfeld wurde daraufhin das Hubrettungsgerät der Werkfeuerwehr Bosch-Rexroth alarmiert.

In Hafenlohr bot sich für die ersten Kräfte aus Kreuzwertheim folgende Lage:

Die Löscharbeiten waren bereits in vollem Gange, der Dachstuhl wurde aus dem Korb der Lohrer Drehleiter unter Atemschutz gelöscht. Sowohl im 1. OG, als auch im Dachgeschoss waren Trupps unter Atemschutz im Einsatz. Der Dachstuhl war zu diesem Zeitpunkt vollständig abgebrannt.
Der Angriffstrupp wurde sofort in Bereitstellung geschickt, der Wassertrupp sorgte zunächst für Beleuchtung und rüstete sich anschließend aus.

Nachdem die ersten Trupps ihre Einsatzzeit erreicht hatten, wurde der Angriffstrupp aus der Bereitstellung zu Löscharbeiten in den Bereich des Dachstuhls geschickt. Zu diesem Zeitpunkt bestand er nur noch aus abgebrannten bzw. leicht brennenden Sparren. Weiterhin wurde ein Raum kontrolliert und der Brand gelöscht. Die Decke dieses Raums wurde von außen über die Drehleiter gelöscht, die den vorgehenden Trupp auch im weiteren Verlauf unterstütze. Dies zeigt, dass ein Hubrettungsfahrzeug bei solchen und ähnlichen Ereignissen unersetzbar ist.

Bei Erreichen des Restluftvorrats löste der Wassertrupp den Angriffstrupp ab, ein Trupp des nachgerückten Kreuzwertheimer Löschgruppenfahrzeuges wurde ins 1. OG zu weiteren Löscharbeiten geschickt. Den Sicherheitstrupp stellte eine der anwesenden anderen Wehren.

Beim Einsatz des Wassertrupps im Dachgeschoss (dessen Auftrag es war, Glutnester zu finden und abzulöschen), senkte sich plötzlich die Decke leicht ab. Aufgefallen war dies nur, weil der Raum eine niedrige Deckenhöhe hatte und die vorgehenden Kameraden aufrecht gehend plötzlich mit dem Helm an der Decke anstießen. Sofort verließ der Trupp aufgrund dieser latenten Gefahr den Raum und konzentrierte sich auf die Löscharbeiten an der gegenüberliegenden Seite des Dachstuhls.

Nach einer Pausenzeit von ca. 30min sollte sich der Angriffstrupp wieder komplett ausgerüstet und Einsatzbereit an der Atemschutzsammelstelle einfinden. Ein weiterer Einsatz war allerdings nicht notwendig.

Kurz bevor die Kreuzwertheimer Kräfte abrücken sollten, gab es noch die Überlegung der Einsatzleitung, ob das Tanklöschfahrzeug zur Unterstützung nach Marktheidenfeld fahren sollte. Dieser Gedanke wurde zum Dank einiger Kameraden wieder verworfen. Denn nach kurzer Dusche, Zähneputzen und frisch machen, besetzten sie das Tanklöschfahrzeug erneut, um in Karlstadt am Feuerwehr-Aktionstag  unsere Feuerwehr mit Fahrzeug zu präsentieren.
Zwischenzeitlich stellten die anderen Kameraden die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wieder her. Schläuche wurden gewaschen, die Ausrüstung gereinigt und die Gerätschaften wieder aufgerüstet. Nach einer kurzen Einsatznachbesprechung konnten sie ebenfalls wohlverdient nach Hause gehen.

 

Jochen May